FEUERWEHR EPPELBORN
Donnerstag, 17.10.2019 15:08
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Freitag, 09.08.2019
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Frank Recktenwald
Top EINSATZBERICHT

Zahlreiche Einsätze nach Unwetter

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Foto der Superzelle über Eppelborn, die für zahlreiche Unwetterschäden im Nordsaarland sorgte (Foto: Frank Becker - nature thinking)
Eppelborn. Starke Unwetter haben am Abend des 09. August 2019 die Einsatzkräfte im gesamten Saarland in Atem gehalten. Vor allem im Nordsaarland sorgten extreme Windböen und Starkregen für Chaos.

Gegen 18:17 Uhr gingen die ersten Meldungen über Schäden in der Gemeinde Eppelborn ein. Überflutete Straßen und umgestürzte Bäume wurden der Rettungsleitstelle gemeldet. Vor allem der Ortsteil Bubach-Calmesweiler war von dem Unwetter betroffen. Mit Motorsägen wurden die betroffenen Straße und Wege freigeräumt. Einlaufschächte mussten geöffnet und die Siebe entfernt werden, damit die Wassermassen schneller ablaufen konnten.

Durch umstürzende Bäume wurden in Dirmingen und Macherbach auch Stromleitungen zu Boden gerissen. Dadurch kam es in Macherbach zu einem großflächigen Stromausfall, der rund eine halbe Stunde andauerte. Auf der Autobahn A1 versperrte ein umgestürzter Baum eine Fahrspur zwischen den Anschlussstellen Eppelborn und Illingen. Zur Beseitigung musste die Autobahn in Richtung Saarbrücken kurzzeitig voll gesperrt werden.

Ein Baum versperrte die Autobahn A1 zwischen den Anschlussstellen Eppelborn und Illingen
Auf dem Sportplatz in Bubach-Calmesweiler wurde der Kunstrasenbelag durch die extrem kräftigen Sturmböen erfasst. Hier half die Feuerwehr, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Im Gerätehaus in Habach wurde eine Einsatzbereitschaft eingerichtet, um bei weiteren Einsätzen schnell reagieren zu können.

Insgesamt 26 Einsätze mussten von den Einsatzkräften in einem Zeitraum von 2 Stunden bewältigt werden. Trotzdem verlief das Unwetter im Gegensatz zu dem Tornadoereignis im benachbarten Luxemburg glimpflich. Es blieb bei Sachschäden, verletzt wurde niemand.

Offenbar handelte es sich bei der Wolkenformation über dem Nordsaarland um eine Superzelle. Superzellen zeichnen sich im Gegensatz zu "normalen" Gewittern dadurch aus, dass durch die vorhandene Scherung der Aufwindbereich zu rotieren beginnt. Gleichzeitig wird auch der Abwindbereich (dort wo der Regen fällt) vom Aufwind getrennt. Somit schneidet sich das Gewitter nicht selber die Versorgung ab. Dies hat zur Folge, dass diese Art der Gewitter besonders langlebig sein können und extreme Begleiterscheinungen, wie Großhagel, Downbursts und auch Tornados hervorbringen.

Im Saarland sind Superzellen eher seltene Wetterereignisse. Aufgrund des Schadenpotentials kann man auch von Glück reden. In Deutschland ist das Alpenvorland und Norddeutschland häufiger betroffen. Die imposantesten Gewitter dieser Art bilden sich im Mittleren Westen der USA, dort teilweise mit extremen Zerstörungspotential.

Alle hier gemachten Angaben erfolgen ohne Gewähr!
Die hier veröffentlichten Angaben geben den Sachverhalt vereinfacht wieder. Sie können von den Angaben im Einsatzbericht abweichen und haben daher keine rechtliche Aussagekraft. Als einziges amtliches Dokument dient nur der schriftliche Einsatzbericht des Einsatzleiters.
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