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Donnerstag, 31.08.2006
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Frank Recktenwald
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Rettungspunkte in saarländischen Wäldern sollen Rettungskräften den Weg weisen

Bild: Rettungspunkte in saarländischen Wäldern sollen Rettungskräften den Weg weisen

Bei Unfällen im Wald und in der freien Landschaft hat die zeitnahe Anfahrt von Bergungs- und Rettungsfahrzeugen eine besondere Bedeutung, denn oft zählt hier, wenn Menschenleben in Gefahr sind, jede Minute.

Gerade im Wald und in der freien Landschaft sind die in Innerortslagen sonst üblichen Bezeichnungen von Straßen und Hausnummern aber nicht zu finden. Und die im Forstbereich üblichen Bezeichnungen von Standorten werden von den herbeieilenden Rettungskräften häufig fehlerhaft interpretiert, so dass es im ungünstigen Fall auch zu erheblichen Verspätungen kommen kann. Das Umweltministerium und der SaarForst Landesbetrieb haben jetzt ein Kennzeichnungssystem entwickelt, das es im Falle eines Unfalls einfacher macht, die benachrichtigten Rettungskräfte zu einem eindeutig bezeichneten Treffpunkt und damit auch zur Unfallstelle zu lenken.

Umweltminister Stefan Mörsdorf und SaarForst Betriebsleiter Michael Klein stellten am 22. August 2006 im Rahmen eines Pressetermins gemeinsam mit den Vertretern des Rettungszweckverbandes und einem Vertreter der Unfallkasse Saar in einem Waldstück zwischen Blieskastel-Niederwürzbach und St. Ingbert-Hassel das neue Kennzeichnungs-system für Rettungspunkte vor und erläuterten die wesentlichen Eckpunkte: An markanten Stellen in der Landschaft werden Anfahrpunkte für Rettungsfahrzeuge angelegt. Bei Unfällen können die Rettungskräfte zu einem eindeutig bezeichneten Rendez-vous Punkt bestellt und dort in Empfang genommen werden.

„Ursprünglich war es vor allem die Sicherheit der Forstwirte und der im Wald arbeitenden Beschäftigten, die wir bei der Einführung dieses Kennzeichnungssystems im Blick hatten. Denn gerade bei der Waldarbeit – wenn Bäume gefällt werden oder Holz gerückt wird, kann es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu Arbeitsunfällen kommen“, so SaarForst Betriebsleiter Michael Klein. „Die Erfahrungen in anderen Regionen Deutschlands haben aber gezeigt, dass auch die Bürgerinnen und Bürger, die im Wald ihrer Freitzeitbeschäftigung nachgehen, von diesen Anfahrpunkten profitieren: Denn die Anzahl der Sportunfälle – sei es beim Fahrradfahren, beim Nordic Walking, Reiten oder beim Joggen – sind weitaus höher als die Anzahl der Unfälle, die die Profis bei der Arbeit im Wald erleiden.“

Bei der Auswahl von geeigneten Anfahrtspunkten wurden daher nicht nur die Waldflächen berücksichtigt, die zum Staatsforst gehören und die von SaarForst bewirtschaftet werden. Auch der Saarländische Kommunal- und Privatwald wurde in das Kennzeichnungssystem von SaarForst mit einbezogen. Besondere Berücksichtigung fanden auch stark frequentierte Strecken wie Radwege und Waldbereiche mit besonders hoher Besucherfrequenz.

„Da das Projekt von Anfang an mit Methoden und Werkzeugen der Geoinformationstechnik bearbeitet wurde, war es ein leichter Schritt, die Daten auch für die Nutzung in Routenplanern und in Leitstellensystemen aufzubereiten“, so Umweltminister Stefan Mörsdorf. „Auf den Rechnern der Rettungsleitstelle auf dem Saarbrücker Winterberg, die neulich modernisiert wurde, sind sie ebenso hinterlegt, wie sie jeder Rettungswache zur Verfügung stehen und natürlich auch zur Flugnavigation benutzt werden können. Die Beschilderung des Staatswaldes und der staatswaldnahen Flächen ist nahezu abgeschlossen“, so SaarForst Betriebsleiter Michael Klein. „Die Schilder für den Kommunalwald stellt SaarForst kostenlos zur Verfügung. Sie sind bereits fertig gedruckt und liegen zur Abholung bereit.“

„Sobald alle Anfahrtspunkte im Wald aufgestellt sind, werden die Punkte nicht nur in den Karten eingezeichnet, die die Förster mit sich herumtragen, sondern sie werden auch für alle Bürgerinnen und Bürger verfügbar gemacht und veröffentlicht, damit jeder Wanderverein und jede Familie sie nutzen kann“, so Umweltminister Stefan Mörsdorf. „Auch bei künftigen digitalen Produkten des Landesamtes für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen werden die Rettungspunkte mit eingezeichnet sein.“

Wie sind die Anfahrpunkte für Rettungsfahrzeuge gekennzeichnet?

Die Anfahrpunkte für Rettungsfahrzeuge in der Landschaft sind durch ein einheitliches Signet gekennzeichnet: Auf einem grünen Feld mit weißem Kreuz befindet sich neben der Notrufnummer 19222 auch die registrierte laufende Nummer des Anfahrtspunktes, die bei den Rettungsleitstellen hinterlegt ist und im Falle eines Unfalles vom Anrufer anzugeben ist.

„Für die gute Zusammenarbeit bei diesem Projekt gilt mein besonderer Dank der Unfallkasse Saar, die das Projekt mit 3000 Euro unterstützt hat, und dem Rettungszweckverband Saar, der den Einsatz der Rettungskräfte mit den Trägern des Rettungswesens im Saarland koordiniert“, so Umweltminister Stefan Mörsdorf. Bei der Erstellung des Kennzeichnungssystems waren auch die Rettungswachen im Saarland beteiligt: Auf aktuellen Luftbildern der Landesvermessung wurden von den Förstern Stellen für die Anlage von möglichen Anfahrpunkten eingezeichnet. Mit diesen Entwürfen und Vorschlägen auf dem Notebook wurden alle Rettungswachen bereist.

Dabei waren eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen: So müssen die Anfahrpunkte von den Rettungswachen in höchstens zwölf Minuten zu erreichen sein, gleichzeitig sollen sie so nah wie möglich am Ort eines möglichen Unfalles liegen und über öffentliche Strassen erreichbar sein. Auch die Berufsfeuerwehr in Saarbrücken und sowie Mitarbeiter der Feuerwache Neunkirchen brachten ihr Fachwissen mit ein. In einem aufwändigen Abstimmungsprozess wurden die Vorschläge eingearbeitet, Punkte wieder verworfen, ergänzt und verschoben. Auch die Luftrettung hat einen großen Teil der Punkte auf ihre Eignung zum Einsatz des Rettungshubschraubers geprüft. Nach Abschluss dieses Abstimmungsprozesses wurden die Anfahrpunkte mit dem Land Rheinland-Pfalz abgestimmt. Danach wurden für die eindeutige Kennzeichnung der Anfahrpunkte - über die Landesgrenze hinweg - harmonisierte Nummern vergeben.