FEUERWEHR EPPELBORN
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Mittwoch, 04.07.2001
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Frank Recktenwald
Top FEUERWEHR IN DER PRESSE

Brandstiftung nicht ausgeschlossen

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Heuernte verbrannt. Vollständig ausgebrannt ist die gesamte Heuernte des Marienhofs der Familie Urhahn in Humes. Aus noch unbekannter Ursache geriet das Scheunengebäude am Montagabend in Brand. Das darin gelagerte Futter brannte natürlich wie Zunder. Verletzt wurde bei dem Brand glücklicherweise niemand. (Foto: Engel & Seeber)
Humes (ver). Meterhohe Flammen lecken gen Himmel, dröge schiebt sich beißender Rauch über Wald und Feld, Brandgeruch über den beiden Dörfern Humes und Hierscheid: Feuer auf dem Marienhof. Das Gehöft ist von der Autobahn A1 sehr gut einzusehen.

Hier haben Heu und Stroh am Montagnachmittag in einer Lagerhalle Feuer gefangen, große Rundballen brennen lichterloh. Von der starken Hitze bersten die Platten des großen Eternitdaches laut krachend auseinander. Die alarmierten Feuerwehren der Gemeinde Eppelborn rücken mit drei Löschbezirken und acht Fahrzeugen an. Etwa 60 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Doch mag es den Helfern nicht so ohne weiteres gelingen, dem Feuer Herr zu werden. "Die Wasserversorgung ist sehr schwierig", berichtet Einsatzleiter Hermann-Josef Recktenwald, Gemeindewehrführer in Eppelborn.

So musste von der Feuerwehr eine fast ein Kilometer lange Schlauchleitung von einem Hydranten am Ortsrand von Humes bis zu dem Aussiedlerhof gelegt werden. Eine zweite Leitung von den Fischweihern des Angelsportvereins Humes brachte dann die benötigte Wassermenge. Recktenwald: "Der Hof hat nur eine geringe Trinkwasserversorgung. Die reicht gerade aus, Bewohner und Vieh mit Trinkwasser zu versorgen." Also werden andere Wege zum Wasser gesucht. Gemeindewehrführer Recktenwald bedauert: "Wir hatten den Eigentümern des Marienhofes schon mal vorgeschlagen, eine große Zysterne anzulegen." So hätte Regenwasser gesammelt werden können. Bei anderen Aussiedlerhöfen habe man damit gute Erfahrungen gemacht und stets ausreichend Löschwasser zur Verfügung gehabt.

Immer wieder stürzen Teile des Schuppens ein, Funken stieben. Von einem stetigen Ostwind angefacht flackert das Feuer immer wieder auf. Die Einsatzkräfte können nur kontrolliert abbrennen lassen, Wohnaus, Stallungen und Maschinenpark vor den Flammen schützen. Glücklicherweise stehen alle Gebäude separat, so dass ein direktes Übergreifen des Feuers nicht möglich ist. Helfer und Fahrzeuge der DRK Ortsverbände Humes und Eppelborn sind ebenfalls alarmiert worden, müssen glücklicherweise nicht eingreifen, verletzt wurde niemand.

Auch Günter Britz, Ortsvorsteher von Humes, macht sich ein Bild von der Lage. "Als Ortsvorsteher werde ich immer automatisch benachrichtigt", erklärt der Kommunalpolitiker, "es kann ja sein, dass man evakuieren muss, Menschen in der Schule oder Turnhalle unterbringen muss." Vom Gemeindebauhof wird ein Radlader herangeschafft. Mit Hilfe der Baumaschine tragen die Feuerwehrleute die verbrannten, nassen, teilweise noch glimmenden Heu- und Strohballen ab, suchen letzte Glutnester, löschen glimmende Lagen.

Recktenwald: "Bis 23.30 Uhr dauerte der Einsatz, löschen konnten wir das brennende Heu und Stroh nicht, also ließen wir kontrolliert abbrennen, dann fällt auch die Beseitigung leichter." Bei Feuerwehr und Polizei möchte man an eine Selbstentzündung nicht glauben. Ein, für diese Jahreszeit typische Heustockbrand liege nicht vor.

Helmut Berg, Leiter des Kriminaldienstes der Polizei-Inspektion in Illingen erklärt: "Die Ermittlungen zur Brandursache sind noch nicht abgeschlossen, wir müssen den Brandort noch einmal untersuchen." Jedoch könne eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden und es werde auch in diese Richtung ermittelt. Der geschätzte Sachschaden belaufe sich auf fast 40 000 Mark, so Helmut Berg.

Quelle: Saarbrücker Zeitung